Filiale 43 ¾

Ein Stück von Wolfgang Weist
Die Premiere war Weihnachten 2016, jetzt folgt die Wiederaufnahme.

15./ 16./ 22./ 23. September 2017 um 20.30 Uhr

Wolfgang Weist hat ein Stück geschrieben, in dem es um Alltägliches in der Welt geht. Wie die Gebrüder Grimm schon zeigten, ist in einem kleinen Wassertropfen die ganze Welt vorhanden – wieso sollte es da in einem kleinen Cafe anders sein. Hoffnung, Liebe, Enttäuschung, Erniedrigung, Hass, Wut, Freude, Sanftheit, Gewalt, Toleranz, Erleuchtung oder Absturz sind keine ortsgebundenen Ereignisse. Sie passieren überall da, wo Menschen sich aufhalten, egal ob in Groß- oder Kleinstädten, dörflichen Landstrichen oder Autobahnraststätten. Oder eben in Filiale 43¾. 

In Wolfgang Weists Stück dreht sich alles um die Menschen, die die Filiale 43¾ beleben: Die Verkäuferinnen, die Tag für Tag hinterm Tresen stehen. Die StammkundInnen, die gar nichts mehr bestellen müssen, weil eh alles klar ist. Die tägliche Stammtischrunde, die zur festgelegten Zeit ihren Platz einnimmt und tapfer das Weltgeschehen kommentiert. Die Liebenden, die sich in der Welt von Kaffee und Apfeltasche finden – oder auch nicht... Es gibt alles und nichts, alle und niemanden. Fein beobachtet von Wolfgang Weist, der angeblich seit Jahren Café-Filialen besucht, nur um dem dort versammelten Leben dessen Süße und Herrlichkeit abzuringen. 

Wolfgang Weist liefert eine düstere Kulturperspektive: „Wir erleben die Nazifizierung der Völker“, heißt es. Da muss die erste Zeile des alten Volksliedes „Kein schöner Land in dieser Zeit“ zynisch klingen. Westfalenpost, 27.12.2016

Doch all die vorgeführten Typen gibt es wirklich. Eins gilt für alle – auf der Bühne musikalisch intoniert: „Wir sind das Volk – wir arbeiten hart.“ Westfalenpost, 27.12.2016

Fotografie: Christian Fischer, Menden