„Es ist schon schlimm, unter welchen Umständen man überall spielt.“
„Requisiten im Hausflur verteilt, Umziehen auf der Treppe und durch eine viel zu niedrige Tür direkt auf die Bühne vor die Zuschauer.“
„Man müsste einen Raum finden, in dem man Bühnen und Vorhang, separate Garderobe, Beleuchtung und alles das hat, was man für eine tolle Atmosphäre bei Theaterveranstaltungen benötigt.“
„In dem jeder, der will, selbst Theater machen kann und Gastspiele auswärtiger Theatergruppen stattfinden.“
„Ein Zimmertheater in Menden …“

So oder so ähnlich soll es sich im Lastenaufzug der Requisitenkammer des Bochumer Schauspielhauses abgespielt haben, ein Gespräch zwischen Mitgliedern der Kleinstadt Katastrophen Kombo, die sich dort Kostüme ausliehen. Ein Initial mit nachhaltiger Wirkung.

Die Kleinstadt Katastrophen Kombo war die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Kleinkunst- und Kabarettgruppe, die seit 1980 in unterschiedlichen Besetzungen auftrat. Sehr schnell gab es einen großen Fankreis für die zum Teil bitterböse Satire, für die Karikaturen und die große Aktualität. Also all das, was zu der damaligen Zeit Anfang der 80er Jahre ein gutes Kabarettprogramm ausmachte.

Die Idee des Zimmertheaters begeisterte in Menden die Theaterinteressierten-Szene, die sich um die KKK gebildet hatte. Viele wollten Theater spielen und in der Katastrophen Kultur, dem Trägerverein eines zukünftigen Zimmertheaters, gab es die Plattform.

Die Kleinstadt Katastrophen Kombo gab dem Verein den Namen: Katastrophen Kultur. Und der Name sollte Programm werden. Romeos und Julia, Volker und Marc, Ach So!, die Sauerland Improvisations GmbH und Co. KG, Wolkenbaum waren Gruppen, die im Sog der KKK Theater spielten, aber nie an die Popularität der KKK heranreichten.

Und doch finden sich dort bereits diejenigen, die als Einzelpersonen dem SCARAMOUCHE und der Katastrophen Kultur bis heute erhalten und zum Teil maßgeblich für das Theater verantwortlich sind. Zu nennen sind hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Bodo Schulte, Wolfgang Weist, Johannes Lappe, Martin Smith, Peter und Stefan Neuhaus, Andreas Salmen, Jörg Wiedemann.

So gab es also im November 1982 einen Theaterverein, der auf der Suche nach einem geeigneten Raum war: die Kupferburg am alten Rathaus, der alte Schlachthof, Räume im WBG oder im HGG und ein Raum im Hallenbad waren im Gespräch. Die Unterstützung von Politik und Verwaltung benötigte viel Überzeugungsarbeit, aber heute wie damals gilt: Die Katastrophen Kultur braucht einen Raum, die Finanzierung trägt der Verein. Und das war damals ausschlaggebend.

Die Katastrophen Kultur bekam dann einen nackten Betonraum ohne irgendwelche Sanitär-, Heizungs- und Elektroanlagen. Beton soweit das Auge reicht, ursprünglich mal als Sauna vorgesehen: das SCARAMOUCHE. Es war November 1982.